{"id":28,"date":"2006-12-18T17:01:14","date_gmt":"2006-12-18T16:01:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uwekruppa.de\/blog\/?p=28"},"modified":"2006-12-18T17:01:14","modified_gmt":"2006-12-18T16:01:14","slug":"alg-ii-empfaengern-und-kommunen-droht-boese-ueberraschung-durch-jahresabrechnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uwekruppa.de\/blog\/?p=28","title":{"rendered":"ALG-II-Empf\u00e4ngern und Kommunen droht b\u00f6se \u00dcberraschung durch Jahresabrechnungen"},"content":{"rendered":"<p><strong><u>Studie zu Energiekosten und Hartz IV<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Empf\u00e4nger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld und Sozialhilfe bekommen zu wenig Geld f\u00fcr die gestiegenen Stromkosten. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung. Es mehren sich F\u00e4lle, wo Haushalte wegen Zahlungsschwierigkeiten der Strom abgestellt wird. Die Situation d\u00fcrfte sich durch Jahresabrechnungen mit Nachzahlungen weiter versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>&#8222;Seit den Hartz-Reformen liegt eine Unterdeckung bei der Erstattung der Haushaltsstromkosten vor, die von den Leistungsempf\u00e4ngern aus dem \u00fcbrigen Budget innerhalb des Regelsatzes von 345 Euro finanziert werden muss&#8220;, so die Studie des Instituts f\u00fcr Energie- und Umweltforschung (ifeu) gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr sozial-\u00f6kologische Forschung (ISOE). Die Wissenschaftler haben die Folgen des Energiekostenanstiegs f\u00fcr Haushalte mit geringem Einkommen untersucht. Die Strompreise f\u00fcr private Haushalte erh\u00f6hten sich von 1998 bis 2006 laut Verbraucherpreisindex um 26,8 Prozent. Im diesem Zeitraum wurden die Ans\u00e4tze f\u00fcr Haushaltsstrom jedoch nur um 7,2 Prozent angepasst. Derzeit erh\u00e4lt ein Ein-Personen-Haushalt 20,74 Euro im Monat f\u00fcr Licht, Waschen, Kochen, TV und elektrische Warmwassererzeugung. Die f\u00fcr 2007 geplante Regelsatzanpassung kann den Preisanstieg nur teilweise auffangen.<\/p>\n<p>Die staatliche Hilfe k\u00f6nnte durch mehr Transparenz und eine bessere Zusammenarbeit von Sozial\u00e4mtern, Energiefach\u00e4mtern und Verbraucherzentralen den sparsamen Umgang mit Energie ohne Komfortverzicht f\u00f6rdern, so die Studie:<\/p>\n<p>Den privaten Haushalten fehlen Informationen, &#8222;wie viel Geld f\u00fcr Haushaltsstrom ausgegeben werden kann, damit ausreichend Mittel f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der \u00fcbrigen Ausgaben zur Verf\u00fcgung stehen.&#8220; Die Forscher schlagen vor, die Leistungsempf\u00e4nger \u00fcber das vorgesehene Budget besser zu informieren und Hilfestellungen zum Energiesparen zu geben.<br \/>\nSparsamkeit werde den Leistungsempf\u00e4ngern zudem schwer gemacht: &#8222;Energieeffiziente Ger\u00e4te mit langfristig niedrigeren Betriebskosten sind in der Regel mit h\u00f6heren Anschaffungskosten verbunden, die von Beziehern von ALG II und Sozialhilfe kaum aufgebracht werden k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Heizkosten zahlen die Kommunen in voller H\u00f6he &#8211; sofern sie angemessen sind. F\u00fcr die Bewertung, was angemessen ist, vermissen die Forscher jedoch klare Ma\u00dfst\u00e4be. Viele Kommunen versuchten zuletzt, die steigenden Kosten durch Obergrenzen f\u00fcr die Erstattung zu deckeln. Von dieser Regelung sind vor allem Bewohner von schlecht isolierten Geb\u00e4uden mit hohen Heizkosten betroffen. Zwar haben Gerichte mehrfach entschieden, dass die Kommunen auch f\u00fcr die stark erh\u00f6hten Heizkosten aufkommen m\u00fcssen. Dennoch ist die gegenw\u00e4rtige Praxis un\u00fcbersichtlich und f\u00fchrt bei vielen Haushalten zur Verunsicherung.<\/p>\n<p>Die Preise f\u00fcr Heizenergie sind von 1998 bis 2006 um durchschnittlich 106 Prozent gestiegen. In 2006 betrugen die Heizkosten von ALG-II Beziehern bundesweit sch\u00e4tzungsweise 2,7 Mrd. Euro, von denen 1,9 Mrd. Euro auf die Kommunen entfallen. Besonders problematisch ist daher, dass die gegenw\u00e4rtige Regelung keinen systematischen Anreiz f\u00fcr einen sparsamen Umgang mit Heizenergie vorsieht. Nach Ansicht der Autoren k\u00f6nnten die kommunalen Haushalte allein durch eine 5-prozentige Verringerung des Heizenergieverbrauchs durch Effizienzma\u00dfnahmen j\u00e4hrlich um etwa 95 Millionen Euro entlastet werden. Diese Gelder sollten nach Ansicht der Autoren in die Sanierung kommunaler Wohngeb\u00e4ude investiert werden. Durch eine bessere W\u00e4rmed\u00e4mmung k\u00f6nnte der Heizenergiebedarf der Geb\u00e4ude verringert werden, um weitere Preisanstiege aufzufangen.<\/p>\n<p>Die Studie zum Download (pdf) unter:<br \/>\n<a title=\"www.boeckler.de\" href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf_fof\/S-2006-882-4-1.pdf\">www.boeckler.de\/pdf_fof\/S-2006-882-4-1.pdf<\/a><\/p>\n<p>\nQuelle:<br \/>\n<a title=\"hartz.blogg.de vom 19.12.2006\" href=\"http:\/\/hartz.blogg.de\/eintrag.php?id=905\">hartz.blogg.de vom 19.12.2006 <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Studie zu Energiekosten und Hartz IV Empf\u00e4nger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld und Sozialhilfe bekommen zu wenig Geld f\u00fcr die gestiegenen Stromkosten. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung. Es mehren sich F\u00e4lle, wo Haushalte wegen Zahlungsschwierigkeiten der Strom abgestellt wird. 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