{"id":18,"date":"2006-09-06T17:11:49","date_gmt":"2006-09-06T15:11:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uwekruppa.de\/blog\/?p=18"},"modified":"2006-09-06T17:11:49","modified_gmt":"2006-09-06T15:11:49","slug":"arbeitloser-muss-sich-ernsthaft-bewerben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uwekruppa.de\/blog\/?p=18","title":{"rendered":"Arbeitloser muss sich ernsthaft bewerben"},"content":{"rendered":"<p>Empf\u00e4nger von Sozialleistungen m\u00fcssen sich ernsthaft auf eine von der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit vermittelte Arbeitsstelle bewerben, so das Bundessozialgericht in Kassel (<a title=\"BSG zu Berwerbungen\" href=\"http:\/\/juris.bundessozialgericht.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bsg&amp;Art=ps&amp;Datum=2006&amp;Sort=3&amp;nr=9560&amp;pos=1&amp;anz=28\">Urteil v. 05.09.2006, Az.: B 7a AL 14\/05 R<\/a>).<br \/>\nMit einer Bewerbung m\u00fcsse ein Arbeitsuchender sein Interesse an der Aufnahme eines Arbeitsverh\u00e4ltnisses zum Ausdruck bringen. Erscheine die Bewerbung aus der Sicht eines verst\u00e4ndigen Arbeitgebebers nach Form und Inhalt als &#8222;Nichtbewerbung&#8220;, d.h. als unbeachtlich oder offensichtlich unernst gemeint, so m\u00fcsse der Arbeitslose Leistungsk\u00fcrzungen hinnehmen.<\/p>\n<p>Hier hatte ein Empf\u00e4nger von Arbeitslosenhilfe (jetzt: ALG II) sich auf eine vom Arbeitsamt (jetzt: Agentur f\u00fcr Arbeit) vermittelte Stelle beworben. Allerdings brachte er im Bewerbungsschreiben sein Nicht-Interesse an einer Arbeitsaufnahme zum Ausdruck. &#8222;Obwohl ich denke, \u00fcber eine gute Qualifikation zu verf\u00fcgen, m\u00f6chte ich darauf hinweisen, dass ich <strong>im Bereich AV<\/strong> (Arbeitsvorbereitung) <strong>weder \u00fcber eine Ausbildung noch \u00fcber Berufspraxis<\/strong> verf\u00fcge und dies auch <strong>keine Wunscht\u00e4tigkeit<\/strong> w\u00e4re&#8220;<u><em><strong>[Die Hervorhebungen sind im Original enthalten]<\/strong><\/em><\/u>, so der Arbeitssuchende in seinem Bewerbungsschreiben.<br \/>\nDaraufhin stellte das damalige Arbeitsamt die Zahlung von Arbeitslosenhilfe vorl\u00e4ufig ein, verh\u00e4ngte eine zw\u00f6lfw\u00f6chige Sperrzeit und forderte zu Unrecht gezahlte Leistungen zur\u00fcck. Begr\u00fcndung: Bei dem Bewerbungsschreiben habe es sich um eine Nicht-Bewerbung gehandelt. Zu Recht, best\u00e4tigten die Bundessozialrichter.<br \/>\nMit einer Bewerbung m\u00fcsse ein Arbeitsuchender sein Interesse an der Aufnahme eines Arbeitsverh\u00e4ltnisses zum Ausdruck bringen. Eine solche Obliegenheit, mithin eine Pflicht, die im eigenen Interesse zu befolgen ist, treffe den Arbeitslosen auch dann, wenn er sich auf einen Vermittlungsvorschlags der Agentur f\u00fcr Arbeit hin bewirbt. &#8222;Der Arbeitslose muss alles unterlassen, was der Aufnahme eines Arbeitsverh\u00e4ltnisses nach au\u00dfen hin erkennbar entgegenl\u00e4uft.&#8220; Hierbei sei auf die Sicht eines verst\u00e4ndigen Arbeitgebers abzustellen. Ob der Arbeitslose das Besch\u00e4ftigungsangebot tats\u00e4chlich zielgerichtet habe ablehnen wollen, darauf komme es nicht an.<\/p>\n<p>Quellen:<a title=\"RA - Blog v. 06.09.06\" href=\"http:\/\/www.ra-blog.de\/2006\/09\/06\/falsche-bewerbung-ist-einer-arbeitsablehnung-gleichzustellen\/\">RA &#8211; BLOG<\/a>, <a title=\"JuracityBlog v. 06.09.06\" href=\"http:\/\/blog.juracity.de\/2006-09-06\/bundessozialgericht-arbeitloser-muss-sich-ernsthaft-bewerben.html\">blog.juracity.de<\/a> und <a title=\"BSG Pressemitteilung\" href=\"http:\/\/juris.bundessozialgericht.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bsg&amp;Art=ps&amp;Datum=2006&amp;Sort=3&amp;nr=9560&amp;pos=1&amp;anz=28\">Medien-Information Nr. 27\/06 des Bundessozialgerichts<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Empf\u00e4nger von Sozialleistungen m\u00fcssen sich ernsthaft auf eine von der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit vermittelte Arbeitsstelle bewerben, so das Bundessozialgericht in Kassel (Urteil v. 05.09.2006, Az.: B 7a AL 14\/05 R). 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